Berufsunfähigkeitsversicherung: Die zahlen doch eh nicht. Oder?

Die Berufsunfähigkeitsversicherer genießen einen eher schlechten Ruf – viele Vorbehalte werden gegen sie und das Produkt ins Feld geführt. Aber was steckt dahinter? Das Analysehaus Franke und Bornberg hat diese typischen Vorbehalte einer groß angelegten Prüfung unterzogen – mit überraschenden Ergebnissen. Die Experten von Franke und Bornberg haben 700 ausgewählte Leistungsfallakten bei sieben bedeutenden BU-Versicherern untersucht. Diese Versicherer kommen zusammen auf rund die Hälfte aller Leistungsfälle in Deutschland. Betrachtet wurden schwerpunktmäßig abgelehnte Fälle, ein Viertel der untersuchten Fälle waren Anerkenntnisse.

„Die Versicherer verweigern strategisch Leistungen“

Dass BU-Versicherer strategisch und systematisch Leistungen ablehnen, ist ein häufig geäußerter Vorwurf von Kunden. In diesem Zusammenhang interessant: Vier von zehn durch die Kunden angestoßenen Leistungsanträge werden vom Kunden nicht weiterverfolgt – meist, weil der Kunde schneller wieder gesund geworden ist als gedacht. Und ebenfalls interessant: 70 Prozent aller gestellten Leistungsanträge werden tatsächlich anerkannt – nur drei von zehn Kunden erhalten kein Geld. Und von systematischer und damit unbegründeter Ablehnung kann keine Rede sein: 38 von 100 Ablehnungen wurden ausgesprochen, weil der BU-Grad nicht erreicht wurde, 30 Prozent wegen Anfechtung oder Rücktritt durch die jeweilige Gesellschaft – zum Beispiel wegen falscher Angaben bei den Gesundheitsfragen. Bei rund neun Prozent wurde der Prognosezeitraum nicht erfüllt – die Erkrankung war also nicht so gravierend, dass sie voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern würde.

Was heißt das für dich?

Eine strategische Leistungsverweigerung ist tatsächlich kaum zu erkennen. Gerade bei den Ablehnungen wegen falscher Angaben zu den Gesundheitsfragen kannst du selbst dafür sorgen, dass der Versicherer keinen Punkt zum „Einhaken“ findet: Viele Krankenkassen erteilen auf Anfrage Auskunft zu den diagnostizierten und abgerechneten Erkrankungen. So erfährst du detailliert, welche Diagnosen gestellt wurden und im Antrag für deine BU bei uns angegeben werden müssen.

„Die Versicherer betreiben Schindluder mit Gutachten“

Vor jeder Entscheidung über die Gewährung einer BU-Rente steht erst einmal ein aufwändiges Gutachten – und das wird immer von versicherungsnahen Gutachtern erstellt. Soweit die Einschätzung der meisten Kunden. Fakt ist aber: Gerade einmal in sieben Prozent aller Leistungsprüfungen wurde 2012 der Studie zufolge ein Gutachten angefordert. Die beauftragten Gutachter stammten meist aus spezialisierten Gutachterbüros oder kamen aus Universitätskliniken. Ganz wichtig: Die Studie zeigt auch ganz klar, dass die Begutachtungen nicht systematisch an bestimmte Gutachter vergeben werden: Die meisten Gutachter hatten nur einen Fall zu bewerten, bei gerade einmal drei Instituten wurden drei Gutachten in Auftrag gegeben.

Die Grafik zeigt, wie gering der Anteil an Gutachter-Entscheidungen bei der Berufsunfähigkeitsversicherung tatsächlich ist.

Was heißt das für dich?

Ein missbräuchlicher Einsatz von Gutachtern zeigt sich in der Studie nicht – dagegen spricht schon der geringe Anteil der Fälle, bei denen ein Gutachten in Auftrag gegeben wurde. Und auch der zielgerichtete, wiederholte Einsatz von versicherungsfreundlichen Gutachtern ließ sich nicht feststellen.

„Die Leistungspflicht wird beschnitten“

Als Versicherer sieht man sich schnell dem Einwand einer Benachteiligung ausgesetzt, wenn Leistungsansprüche nur befristet anerkannt werden – sei es bedingungsgemäß oder durch eine vertragliche Vereinbarung zwischen Kunde und Gesellschaft. Für dich ist eine Befristung erst einmal nachteilig, weil du nach Ablauf der Befristung erneut einen Antrag stellen musst. Immerhin hat sich die Anzahl der befristeten Anerkenntnisse von 2007 bis 2012 deutlich verringert – von 17 Prozent der Anerkennungen auf jetzt knapp unter 13 Prozent. Zudem kann eine Befristung auch positiv wirken: nämlich dann, wenn die Alternative zur Befristung eine längere Prüfung wäre, die vielleicht sogar mit einer Ablehnung abschließt. Durch eine Befristung erhältst du immerhin fürs Erste die gewünschte Rente.

Was heißt das für dich?

Für den Kunden hat eine befristete Anerkennung in aller Regel eher Nachteile, auch wenn sie in Einzelfällen eine schnelle und vorübergehende Bewilligung ermöglicht. Gemäß unseren Allgemeinen Versicherungsbedingungen befristen wir Leistungsentscheidungen nur in begründeten Einzelfällen — und das nur einmalig, maximal für 18 Monate, und nur dann, wenn einer unbefristeten Anerkenntnis sachliche Gründe entgegenstehen.

„Die Kunden werden in Prozesse verstrickt“

Auch das gehört zum Repertoire an Vorwürfen gegen Berufsunfähigkeitsversicherungen: Sie würden Kunden, die eine Leistung beantragen, mutwillig in Gerichtsverfahren verstricken, bis diese aufgeben oder sich den Prozess nicht mehr leisten können. Belegbar ist das nicht: Schaut man sich die bewertete Prozessquote von 2010 bis 2012 an, landeten gerade einmal drei Prozent der angemeldeten Leistungsfälle vor Gericht. Die Versicherungsgesellschaften haben dabei gerade einmal 0,68 Prozent aller Leistungsfälle vor Gericht verloren.

Was heißt das für dich?

Die Sorge, mit langwierigen Prozessen an der Durchsetzung deiner Ansprüche gehindert zu werden, lässt sich aus der Studie nicht belegen.

Die Grafik zeigt die Prozessquote bei BU-Neuanmeldungen.

Das Fazit

Grundsätzlich gilt: Viele Mythen und Vorurteile stimmen schlichtweg nicht. Vor allem aber solltest du nicht wegen einiger Gerüchte und Halbwahrheiten und ohne individuelle Beratung auf die Absicherung deiner Arbeitskraft verzichten. Du hast es selbst in der Hand: Richtige Antworten im Antrag – vor allem bei den Gesundheitsfragen – verhindern Streit im Leistungsfall. Für diesen gelten wie auch schon bei Vertragsschluss die Versicherungsbedingungen, die unseren gemeinsamen Vertrag und deine Absicherung regeln. Es ist sinnvoll, wenn du dich mit ihnen vertraut machst, bevor du deinen Antrag stellst. Bei uns haben Sätze nicht mehr 15 Worte. Das verhindert Fach-Chinesisch und erleichtert dir das, worauf es ankommt: ein gutes Verständnis deiner Rechte, aber auch deiner Pflichten.

Mehr Informationen zur Studie

Mehr Informationen zur Studie erhältst du unter https://www.franke-bornberg.de/blog/arbeitskraftsicherung/bu-leistungspraxisstudie/.

Unsere Berufsunfähigkeitsversicherung

Mit Community Life Job sorgst du für dich und deine Familie vor. Unsere Berufsunfähigkeitsversicherung wurde mehrfach ausgezeichnet und bietet Top-Leistung zum günstigen Festpreis. Auf unserer Website kannst du sie ganz bequem online abschließen.