Community Life auf Wanderschaft – Studenten in Köln und EIOPA in Frankfurt

Letzte Woche war ich eingeladen, um an der Hochschule Fresenius in Köln vorzutragen. Dort wird ein Masterstudiengang in Digital Management angeboten. Die Studenten überlegen, ihre eigenes Start-Up zu gründen, und ich sollte über Community Life erzählen. Ein guter Tausch – unsere Start-Up Erfahrungen im Gegenzug für die Anregungen der Digital Natives zu unserem Geschäftsmodell.

Nicht erstaunlich ist, dass Studenten sich wenig Gedanken über die finanziellen Gefahren einer Berufsunfähigkeit machen. Und somit auch nicht über die Möglichkeit, diese Versorgungslücke in Form einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu schließen. Man ist jung, gesund und unsterblich. Wir haben dann aber doch gemeinsam überlegt, wie man junge Menschen an das Thema heranführt. Sie waren von der Idee einer spielerischen App angetan. Also ein unterhaltsamer Ansatz, um junge Menschen an das Thema Finanzen heranzuführen.

Das Thema Finanzausbildung wurde auch einige Tage später in Frankfurt besprochen. Der alljährliche Consumer Day wird von den europäischen Finanzaufsehern organisiert. Fokus ist der Verbraucher, also der Mensch, der über Absicherung und Anlagen entscheiden muss.

Aufgrund der demografischen Entwicklung in der EU geht kein Weg dran vorbei: Junge Menschen müssen größtenteils für sich selbst vorsorgen. Wenn sie erwerbsunfähig werden, brauchen sie eine eigene Versicherung. Die EU Staaten werden immer weniger Mittel haben, um für sie aufzukommen. Auch in Deutschland bietet die staatliche Erwerbsminderung kaum ausreichenden Schutz. Wenn man durch Unfall oder Krankheit nicht mehr arbeiten kann, kann es finanziell eng werden. Deswegen ist es wichtig, Menschen durch eine Finanzausbildung früh auf das Thema der Vorsorge zu bringen. Sie müssen ihren Bedarf verstehen und sich gut informiert für eine Absicherung entscheiden können.

Da kann gerade die Digitalisierung helfen, um Informationen und Angebote einfach zur Verfügung zu stellen. So waren die Erwartungen des digitalen Kunden auch ein zentrales Thema der Konferenz. Eine Online-Beratung bietet Kostenvorteile und Bequemlichkeit. Auch eine telefonische Beratung kann eine persönliche Beratung vor Ort ersetzen. Selbstverständlich gibt es in der Online Welt auch das Risiko der Falschberatung. Regulierung zum Schutz der Verbraucher ist dort deswegen ebenso wichtig. Die Regulierung muss also mit der Zeit gehen – und die geht online.

Ein weiteres Thema war Produktkomplexität. Einerseits sind Versicherungen von ihrer Mechanik her komplex. Andererseits steht die Komplexität oft im Weg der Transparenz. Diesen Punkt habe ich in der Diskussion vollkommen unterstützt: sobald man etwas verständlich machen möchte, muss man es auch in einfacher Sprache beschreiben. Komplexe Fachbegriffe gehören nicht in die Versicherungsbedingungen. Mit einfach verständlicher Sprache gewinnt man auch das Vertrauen. Und das ist für Menschen der erste Schritt in der Entscheidung zur eigenen Vorsorge.

 

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